Zaunpfahl: Shame on you


Soll Christian Wulff abgewählt werden? Die Medien haben jeden Tag eine neue Antwort. Soll Wulff nach der Abwahl einen Zapfenstreich bekommen? Und steht ihm etwa auch noch Ehrensold zu? Auf all diese Fragen haben sich die Medien in den vergangenen Wochen wie die Geier gestürzt. Genauso, wie es schon im Fall Kachelmann, zu Guttenberg und Strauss-Kahn gewesen ist. Und die Rede ist hierbei nicht nur von unserem liebsten deutschen Boulevardblatt, sondern auch von den so genannten Qualitätsmedien. Wulff kriegt seinen Ehrensold, aber haben sich die Medien mit der Berichterstattung auch alle Ehre gemacht? Eine Medien-Kolumne von Jana Banse.

Bürgermedienpreis: do1 doppelt ausgezeichnet

Die Jury des Bürgermedienpreises der Landesanstalt für Medien NRW (LfM) hat der Kolumne „Zaunpfahl“ den ersten Preis in der Kategorie „Fernsehbeitrag in der professionellen Medienausbildung“ verliehen. Die Jury zeigte sich beeindruckt von der satirisch-kritischen Herangehensweise, mit der Stefanie Vollmann, Gerret von Nordheim, Fabian Witala (Redaktion) sowie Sebastian Schaal (Kamera/Schnitt) das sperrige Thema Datenschutz inszenierten. Dank ungewöhnlicher Kameraperspektiven gelang es der Gruppe, einen trostlosen Arbeitsraum als lebendige Kulisse zu zeigen und ihre Argumentation gegen den „digitalen Radiergummi“ anschaulich zu untermauern.

Den zweiten Platz in dieser Kategorie belegten die TV-Nachwuchsjournalisten Johanna Bril, Jasmin Maxwell und Manuel Solde. Ihre Nahaufnahme „Glücksberufe – wenn ein Kindertraum erwachsen wird“ schildert auf einfühlsame und bildstarke Weise, wie eine Tänzerin und ein Feuerwehrmann ihren oft stressigen Berufsalltag erleben. Ben Esche und Adriana Palka betreuten den Beitrag als Redakteure vom Dienst, technische Unterstützung leisteten Alina Gellermann, Viola Kleinert sowie Tobias van der Linde.

Zaunpfahl #10: Guttenbergs BILDerbuchkarriere


Unser aller VorBILD Karl-Theodor zu Guttenberg muss sich derzeit mit dem Vorwurf herumschlagen, er hätte sich unter anderem bei der Neuen Zürcher Zeitung und der Frankfurter Allgemeinen zu viel wortwörtliche Inspiration für seine Doktorarbeit herausgezogen. Auch die Kunduz- und die Gorch-Fock-Affäre zeigen, dass sich unser Verteidigungsminister im politischen Alltag schon gerne mal Anregungen aus den Medien holt, am liebsten von der BILD-Zeitung. Ganz im Sinne einer „strategischen Partnerschaft“, die über die bloße Frisurenverwandschaft mit dem BILD-Chefredakteur Kai Diekmann hinausgeht.

do1-Zaunpfahl: Zweifelhafte Transparenz

Michelle Müntefering – Politikerin, Journalistin und Gattin von Franz – macht ein Praktikum bei der Süddeutschen Zeitung. Soweit in Ordnung. Doch Daniel Klager stellt die Frage, warum die SZ Müntefering einen Artikel über die SPD schreiben lässt, ohne dass die Position der Autorin deutlich wird.