Mal mitten auf Zeche im Bett zu liegen – das hätte sich Martin Ackermann nicht träumen lassen. Hart hat er viele Jahre in Essen auf der Kokerei der Zeche Zollverein gearbeitet. Jetzt führt er Besucher durch seine ehemalige Arbeitsstätte. In unserem Bett schwelgt Martin Ackermann in Erinnerungen aus Schweiß und Koks – und erzählt, was das Kulturhauptstadtjahr 2010 mit ihm gemacht hat.
Reibungslos rutschte das Ruhrgebiet nicht gerade durch das erste halbe Jahr Kulturhauptstadt. Zahlreiche Touristen hat die Aktion trotzdem angezogen. Wir ziehen ein erstes Fazit: Wie zufrieden sind die Organisatoren, und vor allem die Besucher? Zwar ist Ruhr.2010 ganz auf seine internationalen Gäste eingestellt, aber viele englische Begriffe aus dem Programm bedeuten übersetzt nur Quatsch – das zeigt unser Kommentar. Außerdem seht ihr einen Vorgeschmack auf „Stillleben Ruhrschnellweg“, bei dem die ganze A40 für einen Tag gesperrt wird und einen Professor für Hip Hop.
Das U hat auf! Endlich, wollen wir sagen. Auch wenn’s erstmal nur drei Etagen sind. Mit dem Turm der ehemaligen Unionbrauerei kriegt Dortmund einen Kulturleuchtturm – fetzige Riesenvögel auf dem Dach inklusive. Aber auch sonst rollt es im Kulturgebiet. Besucht haben wir Schauspieler mit Herzrasen in Moers, stylische Moslem-Modemacher aus Witten und ein paar ausgeflippte Niederländer, die in Oberhausen eine durchdesignte Pension im Wasserturm betreiben. Und über all dem schweben zur Zeit die gelben Ballons der Aktion Schachtzeichen.
Immer näher rückt sie, die “Ruhr.2010″ – und mit ihr eine Lawine von Ausstellungen, Konzerten und Theaterproduktionen. Dass der Ruhrpott sich die Auszeichnung als Kulturhauptstadt verdient hat, beweist die Szene hier aber schon länger. Einige der Höhepunkte aus der ersten Jahreshälfte zeigen Euch Katrin Herms und Sabrina Heix in unserem Kulturrückblick.