Dortmunds Nordstadt. Ein Kiez im Umbruch.


Am 16. Mai 2011 wird der Dortmunder Straßenstrich geschlossen und die gesamte Stadt zum Sperrbezirk für Prostitution erklärt. Die offizielle Begründung: Der Straßenstrich in der Nordstadt ist ein Anziehungspunkt für Kriminelle, die weitere Probleme im Viertel verursachen.

Der Strich ist weg, doch für 700 Prostituierte gibt es keine Alternative. Das Problem bleibt: Viele der Frauen arbeiten weiter in der Nordstadt – tarnen sich in Jeans und Sweatshirt und bieten ihre Dienste in Internetcafés und Wettbüros an. Die Prostituierte Danny ist in die Nachbarstadt Castrop-Rauxel ausgewichen und empfängt an einem einsamen Parkplatz ihre Freier.

Alexander Spelsberg und Caroline Biallas haben ein Jahr lang in der Dortmunder Nordstadt recherchiert – sich mit Prostituierten und Politikern, Anwohnern und Polizisten unterhalten. Am 16. Mai 2012 blickt der Film auf ein Jahr Nordstadt ohne Straßenstrich zurück.

Und die Anwohner beantworten die Frage: Hat die Schließung des Straßenstrichs überhaupt etwas bewirkt?

Anschauen! Doku-Film über die Nordstadt

Gute Sprüche für die Nordstadt

Ortstermin spezial: Entscheidet euch!

Ihr habt die Wahl – zwischen 17 Parteien. Denn die stehen alle auf dem Wahlzettel für die NRW-Landtagswahl 2012. Und genau um sie dreht sich unsere Sendung:

Der Wahlomat im Satiretest +++ Parteigründung leicht gemacht +++ Piraten auf rauher See +++ Die schwierige Suche nach Wahlhelfern

Auch unsere Moderatorin Isabel Sonnabend hat die Qual der Wahl, und zwar im Kiosk. Lakritz oder Gummibärchen – gar nicht so einfach…

Mehr Platz in der H-Bahn

Oper für Borussia

Exklusiv: Tatort-Dreh in Dortmund

Ausstellung Lebens-Lauf

Obdachlose suchen Schutz vor Kälte

Altkanzler Schröder: Zeit für Rundumschlag, keine Zeit für Diskussion

Tatatataaa – der Altkanzler ist da. Keine Frage, dass do1.tv sich einen Termin auf dem eigenen Campus mit derart hohem Nachrichtenwert nicht entgehen lassen konnte. Möchte und kann Gerhard Schröder mitmischen in der Reihe der weisen Männer, die zurück- und nach vorne blicken, analysieren, kritisieren und gute Ratschläge verteilen? Mit dem so beruhigenden Wissen im Hinterkopf, politische Kabbeleien ein für allemal hinter sich gelassen zu haben? Hat Schröder das Zeug zum Helmut Schmidt-Nachfolger? Ohne Zigarette zwar, dafür aber mit einer Vorliebe für gewisse russische Staatsmänner?

Mit zwei Kameras bauten wir uns also im vollbesetzten Auditorium Maximum auf, zapften den Rednerpult-Ton an und harrten der Dinge, die da kommen sollten. Schröder kam, erst ein bisschen müde (Schulorchester), dann klatschend (Bigband), schließlich herzlich lachend (Rede von Oberbürgermeister Sierau). Und sprach. Darüber, dass europäischer Zusammenhalt wichtig ist, wenn die EU als globaler Player zwischen den USA und den BRIC-Staaten bestehen will. Dass wir den Euro brauchen. Dass die EU die Türkei nicht „vor der Tür“ stehen lassen dürfe. Und dass wir die Partnerschaft zu Russland ausbauen sollten. Der Altkanzler lobte sich selbst für die Agenda 2010, plädierte für einen Mindestlohn, kritisierte Merkels anfängliche Griechenland-Krisenpolitik, stellte danach aber fest, dass die Kanzlerin nun auf dem richtigen Weg sei.

Kritische Töne also, aber auch versöhnliche Töne. Interviews sollte es eigentlich keine geben, wir ließen uns davon aber nicht abschrecken. Und durften Gerhard Schröder dann zwischen Tür und Angel tatsächlich eine Frage stellen. Wieso macht ein Altkanzler das, vor Studenten sprechen? Was kann das bringen? Anstöße, sagte Schröder. Er freue sich über wirtschaftsinteressierte junge Menschen – und vor allem freue er sich darauf, zu diskutieren.

Ob man bei vier Fragen aus dem Publikum und vier Antworten Schröders tatsächlich von Diskussion sprechen kann, sei dahingestellt. Ein Student rief jedenfalls aus der Menge: „Das ist doch keine Diskussion, wenn gar nicht jeder drankommt.“ Gespalten war auch die Meinung zu Schröders Einstellungen, das kam bei unserer do1-Umfrage unter Studenten im Anschluss an das Symposium durch. Gelernt haben trotzdem alle was. Und sei es, dass mit Gerhard Schröders mahnender Stimme wohl auch in den kommenden Jahren zu rechnen sein wird.