Konzept

Die Fernsehlandschaft in Deutschland befindet sich in einem großen Umbruch: Die Grenzen zwischen der Videowelt im Netz und dem professionellen Fernsehen verwischen zunehmend, witzige Formate und talentierte Moderatoren tauchen scheinbar aus dem Nichts im Netz auf und werden dort zu Kultsendungen und Quotenrennern, von denen ARD, ZDF und Private nur träumen können. Ohne den Stempel eines Senders. Die Demokratisierung der Medienwelt treibt auch im Internet kreative Blüten. Blogger sind inzwischen gefragte Talkgäste bei hochkarätigen Wahlsendungen, weil sie umfassend und international informiert sind, der Bedarf an grundlegenden politischen Informationsinhalten junger Leute, mit denen man sich eine eigene Meinung bilden kann, hat durch die Netzkommunikation stark zugenommen.

Nicht nur die Zahl der Sender hat stark zugenommen, auch der Wettbewerb der aktuellsten, witzigsten, originellsten Fernsehformate, die um die kleiner werdenden Zuschauerzahl konkurrieren ist durch das Netz sehr viel größer geworden. Produktion und Konsumierung der Medieninhalte wird schnelllebiger. In der aktuellen Fernsehberichterstattung geht der Trend geht immer mehr weg vom reinen Autor eines Beitrages, der mit Team und großem Equipment unterwegs ist, hin zum „VJ“, dem Videojournalisten, der neben dem Fernsehbericht auch noch gute Fotos schießt ein Interview fürs Radio und schnell noch einen Online-Artikel – mit Videopodcast – produziert. Ob als Tagesreporter, als Produzent von Magazinbeiträgen oder als Autor von Reportagen: aktuelle Fernsehjournalisten müssen über den journalistischen Tellerrand hinaus schauen können und sich auch mit der Technik auskennen: Kameraarbeit, Lichtsetzen, und Schnitt sind da Bestandteile der täglichen Herausforderungen.

Diesen Trend hat das Institut für Journalistik frühzeitig erkannt und eine stark an der Praxis und der technischen Medienwelt orientierte Fernsehausbildung in den Studiengang integriert: die Lehrredaktion do1*.

Studierende lernen hier nicht nur das Grund-Handwerk des Fernseh-Journalisten, sondern erhalten in Weiterbildungsseminaren noch vertiefende Kenntnisse und Basisqualifizierungen in den Bereichen :

* Journalismus: investigative Recherche, Reportage, Dramaturgie, Schreiben fürs Sehen, Sprechen im Fernsehen

* Redaktion: Sendeplanung, Redaktionsmanagement, CvD-Arbeit, Archivsystematik, Öffentlichkeitsarbeit und Marketing – online im Netz, on-air im Radio, on demand und vernetzt mit Kooperationspartnern

* Technik: Kamera, Schnitt und Film-Montage, Tonarbeit im Fernsehen

Am Ende der in der Regel zweisemestrigen Lehrredaktion steht eine solide Grundausbildung in allen Bereichen des Fernsehjournalismus. Dabei werden
Talente noch in einzelnen Bereichen verstärkt gefördert. Dafür stehen der do1-Redaktion als Übungsequipement alle Produktionstechniken zur Verfügung, die für die Produktion von Fernsehbeiträgen und Sendungen gebraucht werden. Unterstützt werden die Studierenden des Instituts für Journalistik von den Azubis der Universität Dortmund, die bei nrwision – dem TV-Lernsender für Nordrhein-Westfalen – eine Ausbildung zum Mediengestalter Bild und Ton absolvieren.