Kategorie: Redaktionsblog

Kids freuten sich auf Klinik-Clown-Dreh

Bei der Vorbereitung zu dem Dreh für unsere Klinikclown-Reportage machten wir uns im Vorfeld viele Gedanken über den Dreh. Normalerweise steht vor jedem Dreh eine Vorbesichtigung des Drehortes an und man spricht mit allen Protagonisten. Das war hier aufgrund der Privatsphäre der kleinen Patienten nicht möglich; außerdem sind die meisten Kinder nur kurz in der Kinderklinik. Deshalb konnten wir uns nur mit dem dem Clown Bernd Witte vorher treffen und mussten uns vom Rest überraschen lassen.

Aber wie würden die Kinder reagieren? Wir planten immerhin, mit zwei Kameras zu filmen. Besonders kleine Kinder werden dadurch schnell eingeschüchtert oder verstehen nicht wirklich, was gerade passiert. Und wie groß waren die Zimmer? Würden wir uns gegenseitig im Weg stehen?

Zunächst mussten wir uns in der Woche vor dem Dreh um die Dreherlaubnis kümmern. Wir brauchten von den Eltern aller Kinder eine Genehmigung, dass wir ihre Kinder filmen dürfen. Das ging glücklicherweise ganz gut, auch wenn wir nicht in alle Zimmer reingehen durften.

Beim Dreh selbst lief alles super. In den kleineren Zimmern war es zwar schwierig, sich nicht gegenseitig zu filmen. Da musste man auch schon mal kreativ werden, zum Beispiel sich zwischen zwei Betten auf den Popo setzen. Im Schnitt hat das aber recht gut geklappt, auch wenn wir öfters schimpfen mussten: „Mensch Hannah, da ist ja schon wieder deine Nase im Weg!“

Wirklich rührend waren vor allem die Kleinen. Nach wenigen Momenten hatten sie die Anwesenheit von drei jungen Frauen mit zwei großen Kameras akzeptiert und freuten sich sehr über den Besuch von Knolle und Wolke. Sie waren einfach nur süß und es war ein wirklich schöner Dreh.

Dass wir so ein sensibles Thema aufgreifen konnten, hat uns alle auch persönlich weitergebracht. Wir hoffen, dass euch die Reportage gefällt.

von Adriane Palka

Dortmunder U versus Berliner Skyline: Die Jagd nach dem Laut.Sprecher-Experten

Es erschien auf unzähligen Facebook-Pinnwänden, wurde auf Youtube millionenfach angeklickt: „Kony 2012“, die Kampagne und das gleichnamige Video über den Kriegsverbrecher Joseph Kony, war auch in der do1-Redaktion ein großes Thema.

Für uns war klar: Über dieses Thema möchten wir im Laut.Sprecher, unserem Medien-Talk, mit einem Blogger diskutieren. Doch die Suche nach einem geeigneten Profi für soziale Medien und virtuelle Kampagnen gestaltete sich schwieriger als gedacht: Zur selben Zeit wie unser Aufzeichnungstermin begann in Berlin die re:publica, DER Treff der Blogger-Szene. Die Einladung in unseren schicken Raum im Dortmunder U konkurrierte plötzlich mit der Skyline der Hauptstadt und Vorträgen von Sascha Lobo oder Regierungssprecher Steffen Seibert.

Doch wir hatten wohl nicht genau genug gesucht, denn der Gesprächspartner, den wir für unsere Sendung haben wollten, wohnt direkt vor unserer Haustür: Der Wissenschaftler Dr. Bastian Pelka. Er forscht in Dortmund zu sozialen Netzwerken und Journalismus.

Für mich war es die erste Moderation vor der Fernsehkamera. Um wirklich nervös zu sein, war ich aber zu müde, ich hatte in der Nacht vor der Aufzeichnung nicht allzu viel Schlaf bekommen. Zum Glück tat der doppelte Espresso seine Wirkung und ich nickte während des Gesprächs nicht ein – was bei dem interessanten Gast auch wirklich schade gewesen wäre. Wie ich mich sonst geschlagen habe, das könnt ihr entscheiden.

Als Bonus wollten wir Fiete Stegers, Online-Journalist des NDR und Blogger aus Hamburg, per Skype zum Talk hinzuschalten. Doch nach dem Tag der Arbeit war die Verbindung noch in Feiertagslaune und stürzte immer wieder ab. Schließlich konnten wir Stegers doch noch erreichen. Warum er glaubt, dass Kony auch für die klassische Medien ein großes Thema ist, seht ihr hier:

von Samuel Acker

Alles neu

Die neuen do1-Redakteure sind am Start! Unsere erste Sendung ist online, doch bis dahin war’s ein harter Weg. In nur anderthalb Wochen sollten wir eine komplette Sendung produzieren. Da sich niemand vorstellen konnte, wie viel Arbeit das tatsächlich sein würde, rasten wir alle hoch motiviert ins Thema: Was ist das Technische an der Technischen Universität Dortmund? Wir haben wild „gebrainstormed“ und schließlich fünf ganz wunderbare Beitragsthemen herausgefiltert.

Zum Einen haben wir die Sicherheit der mysteriösen H-Bahn erforscht, die ganz ohne Fahrer fährt, zum Anderen haben wir recherchiert, warum Studenten an der TU Dortmund noch immer einem Stempelwahnsinn ausgesetzt sind, wenn sie ihre Leistungsscheine sammeln. Noch dazu haben wir die Rolle der Frauen im Studiengang Informatik unter die Lupe genommen. Und wie stehen eigentlich die Studenten und die Professoren zur Umbenennung der TU? Unsere Technische Universität war nämlich bis 2007 eine ganz normale Uni. Und wie kam es überhaupt zur Umbenennung?

All diese Fragen werden in unserer ersten Sendung beantwortet. Durch die Sendung führt Nike Laurenz, die zum ersten Mal moderiert hat. Ob wir unsere Sache gut gemeistert haben, könnt ihr jetzt selbst entscheiden. Schaut’s euch an.

von Christina Albrecht

„Trennungskinder“ – Zwischen Wut und Wehmut

Bald ist Valentinstag, rote Rosen und große Plüschherzen liegen schon in den Schaufenstern großer Kaufhäuser bereit. Doch die ewige Liebe bleibt immer öfter ein unerfüllter Traum: Mehr als jede dritte Ehe in Deutschland wird geschieden, Tendenz steigend. Welche Folgen hat das für Kinder, die die Scheidung ihrer Eltern erleben?

Unsere Kollegen Philipp Glitz und Laura Döing haben mit jungen Menschen gesprochen, deren Eltern sich getrennt haben. Es geht um unsichtbare Narben und unausgespochene Vorwürfe, aber auch um den Zusammenhalt, den sich Familien trotz Scheidung erhalten können. „Trenungskinder“ – unsere neue Nahaufnahme. Ihr seht sie ab Donnerstag, 9. Februar, auf do1.tv.

Altkanzler Schröder: Zeit für Rundumschlag, keine Zeit für Diskussion

Tatatataaa – der Altkanzler ist da. Keine Frage, dass do1.tv sich einen Termin auf dem eigenen Campus mit derart hohem Nachrichtenwert nicht entgehen lassen konnte. Möchte und kann Gerhard Schröder mitmischen in der Reihe der weisen Männer, die zurück- und nach vorne blicken, analysieren, kritisieren und gute Ratschläge verteilen? Mit dem so beruhigenden Wissen im Hinterkopf, politische Kabbeleien ein für allemal hinter sich gelassen zu haben? Hat Schröder das Zeug zum Helmut Schmidt-Nachfolger? Ohne Zigarette zwar, dafür aber mit einer Vorliebe für gewisse russische Staatsmänner?

Mit zwei Kameras bauten wir uns also im vollbesetzten Auditorium Maximum auf, zapften den Rednerpult-Ton an und harrten der Dinge, die da kommen sollten. Schröder kam, erst ein bisschen müde (Schulorchester), dann klatschend (Bigband), schließlich herzlich lachend (Rede von Oberbürgermeister Sierau). Und sprach. Darüber, dass europäischer Zusammenhalt wichtig ist, wenn die EU als globaler Player zwischen den USA und den BRIC-Staaten bestehen will. Dass wir den Euro brauchen. Dass die EU die Türkei nicht „vor der Tür“ stehen lassen dürfe. Und dass wir die Partnerschaft zu Russland ausbauen sollten. Der Altkanzler lobte sich selbst für die Agenda 2010, plädierte für einen Mindestlohn, kritisierte Merkels anfängliche Griechenland-Krisenpolitik, stellte danach aber fest, dass die Kanzlerin nun auf dem richtigen Weg sei.

Kritische Töne also, aber auch versöhnliche Töne. Interviews sollte es eigentlich keine geben, wir ließen uns davon aber nicht abschrecken. Und durften Gerhard Schröder dann zwischen Tür und Angel tatsächlich eine Frage stellen. Wieso macht ein Altkanzler das, vor Studenten sprechen? Was kann das bringen? Anstöße, sagte Schröder. Er freue sich über wirtschaftsinteressierte junge Menschen – und vor allem freue er sich darauf, zu diskutieren.

Ob man bei vier Fragen aus dem Publikum und vier Antworten Schröders tatsächlich von Diskussion sprechen kann, sei dahingestellt. Ein Student rief jedenfalls aus der Menge: „Das ist doch keine Diskussion, wenn gar nicht jeder drankommt.“ Gespalten war auch die Meinung zu Schröders Einstellungen, das kam bei unserer do1-Umfrage unter Studenten im Anschluss an das Symposium durch. Gelernt haben trotzdem alle was. Und sei es, dass mit Gerhard Schröders mahnender Stimme wohl auch in den kommenden Jahren zu rechnen sein wird.

Wir sind wieder da!

„Wulffen“ ist das neue In-Wort dafür, Leuten die Mailbox voll zu quatschen. Wir hingegen spammen lieber. Denn auch im neuen Jahr gibt es Mails von uns im Schnitt 17 mal am Tag – als RvD muss man halt dafür sorgen, dass alles rund läuft (RvD = Redakteure vom Dienst und Chefs für zwei Wochen^^). Bei do1 haben wir in der letzten Woche zwei Sendungen und einen Newsflash betreut. Was man dafür benötigt ist letztendlich nur eine gute Struktur, eine „To do(1)-Liste“, ein funktionierendes Telefon. Obwohl wir mit der Planung des aktuellen Ortstermins: „ÜberDOsis: Der Ortstermin mit Nebenwirkungen“ relativ wenig zu tun hatten, weil Jana als fleißiges Bienchen und Sendungsverantwortliche bereits alles geregelt und geplant hatte, ging am Ende irgendwie trotzdem alles drunter und drüber.

Denn bevor eine do1-Sendung online gehen kann, ist ne Menge zu tun – und genauso viel kann halt auch schiefgehen.

Montags: Wir holen den neuesten Stand der aktuellen Sendungen ein. Läuft alles glatt? Wo wird noch Hilfe gebraucht? Hier in Dortmund haben wir den Luxus, direkt von den Mediengestalter-Azubis Unterstützung zu bekommen. Werden noch Schnittplätze benötigt? Wir buchen, schmeißen um und halten alle Änderungen fest. Das Redaktions-System Groupware ist dabei eine große Hilfe. Hier sind alle aktuellen Produktionen auf einen Blick hinterlegt. Montags sollten alle Beiträge für die kommende Sendung bereits soweit fertig sein, dass wir als RvDs und die Chefs vom Dienst noch einmal drüber schauen können. Der Rohschnitt wird also mehrmals besprochen und verbessert. Was einfach typisch ist für den Montag: Komplettes Schnittplatzchaos, es wurde zu wenig oder zu viel gebucht, der Rohschnitt der aktuellen Beiträge ist noch nicht fertig und am Ende sind wir die Bösen, weil wir entscheiden müssen, wer jetzt an welchen Schnittplatz darf.

Dienstags: Die RvDs bereiten die große Konferenz vor. Welche Probleme sind in der vergangenen Woche aufgefallen? Was kann man beim Dreh noch verbessern? Wer übernimmt in den nächsten zwei Wochen welche Dienste? Wie ist der aktuelle Stand der Sendungen? Alle großen und kleinen Wehwehchen werden hier besprochen, aber auch die neuesten Trends auf dem Fernseh- und Film-Markt. Was ist positiv aufgefallen? Was geht gar nicht? Von Beispielen lernen, das spielt bei uns eine große Rolle. Wir lernten letzte Woche: Tolle Schnittideen aus dem Film Hot Fuzz und wie bei Arte – Durch die Nacht mit… gelangweilte Interviewgäste ein tolles Format kaputtmachen können.

Mittwochs: Eigentlich Moderationsdreh-Tag. In der letzten Woche war der Dreh zum Ortstermin mit Nebenwirkungen ausnahmsweise schon am Dienstag. Was man dafür braucht: Mindestens einen RvD der den Dreh betreut, eine Aufnahme-Leitung, die dafür sorgt, dass alle Kameras richtig eingestellt sind, ein oder zwei Kamera-Männer und die Moderatorin. Im Vorfeld ist es Aufgabe des Sendungs-RvDs mit ihr die Moderation durchzugehen, auf Ungereimtheiten und Probleme hinzuweisen. So kommen wir auch zur Abnahme-Struktur bei Do1.

Kleiner Exkurs: Die Abnahme. Der erste Schritt zum eigenen Beitrag ist das Exposé. Kurz wird die Geschichte beschrieben, die Bilder und Einstellungen skizziert und Ansprechpartner mit möglichen Antworten aufgelistet. Das Exposé ist zugleich Drehanleitung und roter Faden. Es bewahrt einen in jeglicher Hinsicht vor einem späteren Chaos, ob beim Dreh oder im Schnitt. Das Exposé wird zuerst vom betreuenden RvD abgenommen, kritisiert und verbessert, danach gibt noch einmal der CvD seine Meinung dazu zum Besten. So läuft es bei jedem weiteren Produktionsschritt. Bei der Rohschnittabnahme am Montag und bei der Endabnahme am Dienstag. Das ist viel Bürokratie, aber: Sechs Augen sehen mehr als zwei, deshalb ist es so wichtig, mehrere Stufen zu durchlaufen.

Der Donnerstag: Die aktuelle Sendung wird zusammen gefahren und geht abends online. Für das Zusammenfahren sind die Azubis zuständig. Der Sendungs-RvD, der alles von Anfang bis Ende betreut hat, ist natürlich auch mit dabei. Je nachdem, wie gut die Tage vorher alles geklappt hat, kann das dauern – das sitzt man auch schon mal bis in die Nacht.

Aber egal, alle Mühe hat sich gelohnt, wenn wir eine tolle Sendung zusammengebaut haben. So weit so gut. Und der Stress der letzten Woche ist schnell vergessen – denn heute geht ja alles wieder von vorne los.

Still und starr ruht die Redaktion

do1 macht Ferien und meldet sich im Januar zurück. Dann seht ihr zum Beispiel eine neue Folge unseres im Sommer entwickelten Talkformats „Zwischenraum“, diesmal mit einem Film-Studenten.

Und natürlich gibt es neue Ortstermine, die meisten Dreh- und Schnittarbeiten sind erledigt. Wir wünschen euch einen super Start ins Jahr 2012!! Bis ganz bald.