Kategorie: Redaktionsblog

10 Tipps: So bleibt das Geld im Sparschwein

Geld ist für die meisten Studierenden Mangelware. Erst einmal hart verdient, mag man es nicht postwendend wieder ausgeben. Doch mit dem Status Student hat man ein unglaublich hohes Sparpotential. Prozente, wohin das Auge reicht. Wir stellen euch zehn Möglichkeiten vor, bei dem vor allem Studierende richtig viel Kohle sparen können. Alle genannten Spartipps sind aufgrund immer wechselnder Angebote ohne Gewähr.

1. Semesterticket:
Mit dem öffentlichen Nahverkehr durch ganz NRW. Der Fahrschein für Studierende ist der Glücksgriff. Hier spart man richtig viel Geld. Das Ticket wird über den Semesterbeitrag finanziert. Einmal gezahlt, heißt es ein Semester lang: freie Fahrt. Müsste man sich das Ticket selbst finanzieren, zahlt man pro Person im Jahr mehr als 1000 Euro.

2. Zeitungsabos:
Der tägliche Blick in die Tageszeitung ist für Studierende ein erschwingliches Gut, denn die meisten Verlage räumen Studierenden Rabatte bei Abschluss eines Abonnements ein. Zum Beispiel die Ruhr Nachrichten in Dortmund: 14,70 Euro kostet das Zeitungsabo monatlich – normal zahlt man 27,70 Euro, Jahresersparnis: 156 Euro. Oder der Spiegel. Hier spart man im Jahr als Student 75,40 Euro. Auch Süddeutsche Zeitung, Welt und Focus bieten für ihre Print-Abos Studentenrabatte an, auch bei den Digitalausgaben.



3. Computer und Software:

Notebooks der Marke mit dem Apfel sind teuer, keine Frage. Aber Apple geht bei Studierenden trotzdem nochmal mit dem Preis runter. Ersparnisse von bis zu 200 Euro sind da teilweise drin. Auch bei Software von Adobe oder Microsoft, zum Beispiel für das Office-Paket, gibt es für Studierende Vergünstigungen. Hier lohnt es sich, auf den Hersteller-Seiten nach Angeboten zu schauen.

4. Handyvertrag:
Auf dem Handy-Markt unterbieten sich die Anbieter regelmäßig. Wenn man genau hinschaut, lauern hier allerdings vertragliche Fallen. So wird mit Super-Preisen für die ersten sechs Monate gelockt, doch anschließend sitzt man in der Preisfalle. Wenn man auf Nummer sicher gehen will: Prepaid-Angebote nutzen. Hier gibt es auch günstige Internetflats. Fast jeder Supermarkt bietet so etwas mittlerweile an.

5. BahnCard:
Nochmal zurück zum Reisen. Wer regelmäßig mit der Deutschen Bahn unterwegs ist, kennt die Bahncard. Studenten bekommen eine ermäßigte Hauptkarte der BahnCard 25 für 41 statt 62 Euro, die BahnCard 50 für 127 statt 255 Euro. Diese gilt für ein Jahr.

6. Konto und Banken:
Bei fast allen Banken bekommt man als Student ein Konto ohne Gebühren oder monatliche Mindesteinzahlung. Viele Banken, u.a. die Sparkasse und die ING DiBa, schenken Studenten eine gebührenfreie EC-Karte. Als Zusatz gibt es entweder eine vergünstigte oder kostenfreie Kreditkarte, mit der man weltweit Geld abheben kann.

7. Theater:
Kulturfreunde aufgepasst: Beim Dortmunder Theater spart man mit dem Studentenausweis 50% im Vorverkauf. Und wenn es an der Abendkasse kurz vor Vorstellungsbeginn noch Restkarten gibt, bekommt man diese als Student für 7€ fast geschenkt.

8. Online-Shopping:
Große Online-Händler bieten ebenfalls Rabatte für Studenten. Zum Beispiel 1 Jahr lang kostenlosen Expressversand. Also das Buch zwei Tage vor der Klausur bestellen, einen Tag lernen und es nach der Klausur wieder in Zahlung geben. Beim Verkauf an Onlinehändler bekommt man als Student 20% mehr Geld!

9. Frisör:
Was könnte Carmen Geiss Geld sparen, wenn sie Studentin wäre! Beim Frisör bekommt man als Student auch Rabatt, in Dortmund beispielsweise bis zu 15%.

10. Getränke:
Wer im Sommer auf dem Campus Durst hat, geht meistens an einen der vielen Cola-Automaten. Besser nicht! Da kosten 0,5 Liter inklusive Pfand 1,25€. Geht man in den Studimarkt (unten im Mensagebäude), bekommt man ganze Literflaschen für 1,50€. Das ist eine Ersparnis von fast 40%.

Sendung Ernährungscheck: Wichtige Tipps zur veganen Ernährung

Obwohl es dem zweijährigen Ben aus unserem Beitrag gut geht und er keine bemerkbaren Mangelerscheinungen aufweist, heißt das noch lange nicht, dass eine vegane Ernährung bei Kindern immer risikofrei ist. Ganz im Gegenteil, Ben ist lediglich ein Einzelfall. Nicht umsonst rät sowohl das Dortmunder Institut für Kinderernährung als auch die Deutsche Gesellschaft für Ernährung davon ab, Kinder ohne tierische Produkte zu ernähren.
Wenn Sie ihr Kind vegan ernähren wollen, gilt deswegen vor allem eins: Sprechen Sie mit einem Kinderarzt über ihr Vorhaben und lassen Sie ihr Kind regelmäßig untersuchen, um Nährstoffmangel auszuschließen. Eine Blutuntersuchung ist dabei oft nicht vermeidbar. Darüber hinaus hat Doktor Sigurd Milde noch ein paar generelle Tipps für eine gesunde vegane Ernährung:

Nicht nur in Fleisch ist viel Eisen, auch in Getreide ist es enthalten. Dem menschlichen Körper fällt es jedoch schwerer, dieses auch aufzunehmen. Helfen kann die gleichzeitige Aufnahme von Vitamin C, das in vielen Obst- und Gemüsesorten enthalten ist.
An Vitamin B12 als Ergänzungsmitteln führt kein Weg vorbei. Dieses ist fast ausschließlich in tierischen Produkten enthalten. Da der Körper das Vitamin lange speichern kann, macht sich der Mangel bei Erwachsenen erst nach einigen Jahren der veganen Ernährung bemerkbar. Kinder jedoch haben ihre B12 Speicher nicht aufgefüllt. Bei Ihnen kann es deshalb früher zu Problemen kommen.
Auch bei Zink sollte über die Nutzung von Nahrungsergänzungsmitteln nachgedacht werden.

Weitere hilfreiche Links
http://www.zeit.de/2013/44/kinder-vegane-ernaehrung
http://www.dge.de/modules.php?name=News&file=article&sid=1130
http://www.spiegel.de/gesundheit/ernaehrung/vegetarismus-kann-bei-kinder-zu-mangelerscheinungen-fuehren-a-938216.html

Alles Wahlkampf, oder…?

Von der Ratlosigkeit zweier Nachwuchsjournalistinnen oder warum die Linken in der Wahlkampfreportage nicht vertreten sind.

Im Wahlkampf wollen sich die Parteien von ihrer besten Seite zeigen. Klar, das liegt in der Natur der Sache: Ohne witzige Wahlkampfaktionen müssten die Parteien bei potenziellen Wählern allein mit ihren Wahlprogrammen punkten. Dass das nicht immer gut geht, sollte auch jeder verstehen. Ein Stand in der Innenstadt am Wochenende dürfte das Mindeste sein. Und immerhin haben wir 2013, da ist gegen einen netten Internetauftritt und eine eigene Facebookseite auch nichts einzuwenden. Wenn dann noch das Unifernsehen über den Wahlkampf an sich berichten will, sollte die Rechnung für die Parteien eigentlich einfach sein. Mehr Aufmerksamkeit (besonders von jungen Wählern) bedeutet mehr potenziellen Stimmen und die Chance, sich den Erstwählern zu präsentieren. Eigentlich.

Die Dortmunder Linke hält es mit der Öffentlichkeitsarbeit offenbar etwas anders. Auf unsere Anfrage, ob wir ihren Wahlkampf mit der Kamera begleiten dürften, reagierten sie zumindest nicht mit großem Interesse. Ihr Versprechen, uns zurückzurufen, nachdem wir mehrfach darum gebeten hatten, hielten die Parteimitglieder nicht. Und auch, nachdem wir das Parteibüro in der Innenstadt aufgesucht hatten, um die Dame dort um einen Gesprächstermin mit dem Pressesprecher zu bitten, warteten wir vergeblich auf die versprochene Rückmeldung. Erst ein weiterer Anruf brachte uns den gewünschten Kontakt und sogar eine Verabredung, um mit dem Pressesprecher den Dreh zu
besprechen.

Zu unserer Enttäuschung platzte der Termin wenige Stunden, bevor er stattfinden sollte – der Pressesprecher war kurzfristig verhindert, konnte uns leider aber auch keinen Ersatztermin anbieten.
So gingen die Wochen ins Land – uns rannte die Zeit bis zur Deadline davon. Während die anderen Teams schon mit Drehs von Drachenbootrennen und Hausbesuchen aufwarteten, hatten wir noch keine einzige Sekunde im Kasten. Dabei sollte die Linke in unserer Reportage nicht fehlen.

In unserer Notlage beschlossen wir, auf eine Vorbesprechung zu verzichten und direkt mit dem Drehen zu beginnen.
Der Pressesprecher lud uns auf Anfrage dazu ein, am 31. August am Wahlkampfstand in Dortmund Körne zu drehen. Wir sagten zu. Schleppten die gesamte Kameraausrüstung von der Uni auf die andere Seite der Stadt. Und trafen – nicht auf die Linken im Wahlkampf. An verabredeter Stelle: Keine Fähnchen, keine Flyer, einfach nichts.
Unsere Stimmungslage schlug mittlerweile von Ungehalten in Verzweifelt um. Hatten wir uns missverstanden? Ein Anruf beim Pressesprecher sollte Klarheit bringen, schließlich wollte er eigentlich selbst anwesend sein. Leider hob am anderen Ende niemand ab. Weil auf der Homepage der Linken noch mehrere Orte für den Wahlkampf angeschlagen waren, zogen wir nach Brackel weiter, in der Hoffnung, dort auf jemanden zu treffen. Vergeblich. Wir vermuteten, dass der Wahlkampf aufgrund der Nazidemo in der Innenstadt abgesagt worden war.

Sicher wissen wir das bis heute nicht, denn niemand hatte uns informiert, geschweige denn konnten wir den Pressesprecher im Laufe des Tages noch erreichen. Eine Entschuldigung hielt er offenbar nicht für notwendig. Vielleicht hat er uns ja auch einfach vergessen.

Verstehen können wir es nicht, dass die Linken uns mit derart starkem Desinteresse begegneten, obwohl die Sendung für ihren Wahlkampf sicherlich nicht von Nachteil gewesen wäre. Aber selbst wenn sie uns nicht um ihrer Partei willen zur Verfügung stehen wollten – in ihrem Parteiprogramm widmen sie einen gesamten Programmpunkt der Bildung auch an Hochschulen. Wenn sie darauf tatsächlich so viel Wert legen, würden sie engagierte Studenten sicherlich unterstützen bei einem Projekt wie der Wahlkampfreportage, das im Rahmen der universitären Ausbildung umgesetzt wird. Jeder Dreh ist für uns schließlich eine Möglichkeit, journalistische Erfahrungen zu sammeln, und gerade politische Themen sind da von großem Interesse.

Diese Erfahrung mit den Linken macht die Partei für uns deshalb irgendwie unglaubwürdig.
Was am Ende blieb? Zwei frustrierte Studentinnen ohne Bildmaterial und das Wissen, wer ihre Stimme bei der Bundestagswahl schon mal nicht bekommen sollte.

„Die Energiewende braucht jede Menge begeisterter Leute“

Mit der Kraft der Sonne: Solarzellen liefern Strom für Energieplus-Häuser.
Foto: HS-Wohnungsbau Dortmund

Noch sind Häuser, die Energieüberschüsse produzieren, in der Feldphase, man muss viel ausprobieren, Fehler machen und daraus lernen, sagt Professor Klaus Sommer von der FH Köln. Doch der Experte für Energie- und Gebäudetechnik freut sich auf das Energie-Haus der Zukunft als „Riesenherausforderung“.

do1.tv: Herr Sommer, Sie beschäftigen sich unter anderem mit Gebäuden, die hocheffizient mit Energie umgehen und teilweise sogar mehr Energie erzeugen, als sie verbrauchen. Wenn das möglich ist, warum ist man dann erst so spät auf die Idee für die so genannten Energieplus-Häuser gekommen?

Klaus Sommer: Ich muss eines vorwegschicken: Energieplushäuser sind noch keinesfalls Stand der Technik und auch wenn es an einigen Stellen funktioniert, sind wir gerade erst in der Feldphase angekommen, in der viel probiert, beobachtet und optimiert werden muss. Wir sammeln gerade erste Erfahrungen und müssen noch viel lernen. Es ist zwar alle Technik vorhanden, insofern hätte man tatsächlich schon früher auf die Idee kommen können. Doch diese Technik optimal und wirtschaftlich zusammenzubringen, ist eine eigene Kunst. Und für die Umsetzung genialer Ideen braucht es seine Zeit wie in diesem Fall bei der in Deutschland eingeleiteten Energiewende. Momentan lautet der Plan, bis 2022 von allen Kernkraftwerken wegzukommen und bis 2050 rund 80 Prozent Strom aus erneuerbaren Energien zu gewinnen. Ingenieure und Politiker haben sich gedacht: Wenn ohnehin neue Energiesysteme aufgebaut werden müssen, warum produzieren wir dann nicht da Energie, wo sie direkt gebraucht wird? Das kann einen guten Beitrag leisten, unsere Energieversorgung für Gebäude optimal umzubauen.

Befürworter der Energieplus-Häuser: Professor Klaus Sommer von der Fachhochschule Köln. Foto: privat

Momentan kosten Energieplus-Häuser meist noch deutlich mehr als konventionelle Neubauten in der selben Größe. Kann man denn sicher sein, dass sich die Investition irgendwann rechnet und man nicht mehr Nach- als Vorteile hat?

Sommer: Das Systemengineering für Energieplus-Häuser befindet sich zurzeit in der Test- und Optimierungsphase. Der hohe Einsatz an erneuerbaren Energien auf dem eigenen Grundstück und der sehr viel geringere Energieverbrauch dieser Häuser gegenüber konventionellen Neubauten macht Energieplus-Häuser zu einem hohen Maß unabhängig von konventionellen Energieträgern. Steigen die Kosten dieser Energieträger künftig weiter – wovon allgemein ausgegangen wird – sind Energieplus-Häuser wirtschaftlicher als konventionelle.

Aber wie kann man die Kosten für den Bau von Energieplus-Häuser reduzieren?

Sommer: Wenn immer mehr Häuser gebaut werden, sinken auch die Investitionskosten für die einzelnen Komponenten wie die Photovoltaik auf dem Dach, Wärmepumpen, effiziente Lüftungs- und Heizsysteme. Die Herausforderung ist jetzt, die einzelnen Gebäude- und Anlagenkomponenten, die Beleuchtung und Haushaltsgeräte intelligent zu verknüpfen und dabei die Funktionsweise auch für die Bewohner und die Installateure transparent zu machen, die diese Gebäude überwachen und reparieren sollen. Und bei diesen so genannten Highend-Lösungen ist man noch nicht so weit, die Abstimmung läuft noch nicht reibungslos. In den bisherigen Pilotprojekten werden sich über die Jahre sicher noch einige Probleme zeigen. Dann muss man optimieren.

Was muss denn so ein Prototyp eines Energieplus-Hauses können?

Sommer: Auf jeden Fall müssen die Häuser schon möglichst energieeffizient gebaut und eingerichtet sein – im Idealfall bringen sie tatsächlich in allen Bereichen von Heizung bis Beleuchtung die hochwertigsten Systemkomponenten zusammen, die auf dem Markt sind. Davon hängt effektiv ab, wie viele Solarmodule ich noch verbauen muss, um einen Überschuss durch erneuerbare Energien zu produzieren (mehr Informationen siehe Kasten). Man kann nicht erwarten, dass ohne energiesparende Einrichtung ein Maximum an Energie rauskommt. Das heißt: Nur A++-Geräte in der Wohnung, also mit hoher Energieeffizienz, was natürlich auch für die Heizungs- und Lüftungsanlagen gilt! Dann sollte in das Haus hocheffiziente Beleuchtung eingebaut werden, sprich: LED-Leuchten, da gibt es mittlerweile auch ganz angenehme Formen. Zu einem Energieplus-Haus gehört dann natürlich auch eine Lüftungsanlage mit Wärmerückgewinnung. Das bedeutet, dass die warme Luft, die aus der Wohnung abgeführt wird, zuvor noch dazu genutzt wird, die neu von außen angesaugte kalte Luft so weit wie möglich vorzuwärmen. Dadurch sollte nicht weniger als 80 Prozent der Wärme, die aus der Wohnung geht, erhalten bleiben.

Könnten Sie ein konkretes Beispiel nennen, was ich mit all diesen Komponenten im Gegensatz zu einem normal ausgestatteten Haus mit Solaranlage auf dem Dach gewinnen kann?

Sommer: Betrachten wir mal ein Wohngebäude, das sehr viel besser gedämmt wird als es standardmäßig der Fall ist. Dann hängt es immer noch von der Anlagentechnik ab, wie groß eine zu installierende Photovoltaikfäche sein muss, um mindestens die benötigte Energie zu produzieren. Angenommen, dieses Wohngebäude wäre nur mit einem Brennwertkessel zum Heizen ausgestattet und die Bewohner würden über die Fenster lüften. Um zu einer Energiebilanz von Null oder einer positiven Bilanz zu kommen, müsste dieses Gebäude mehr als doppelt so viel Photovoltaikfläche haben als ein ähnliches Wohngebäude, das stattdessen eine Luftwärmepumpe und eine Wohnungslüftungsanlage mit 80-prozentiger Wärmerückgewinnung hat.

Ist man mit einem Energieplus-Haus komplett unabhängig von den großen Vier, also den etablierten Energiekonzernen?

Sommer: Man wird vorerst nicht komplett autark sein, nachts und im Winter ist man auf Netzstrom angewiesen, da man mit der Stromspeicherung noch nicht weit genug ist. Das Energieplus-System muss auf absehbare Zeit noch eine Zwei-Bahn-Straße bleiben, das heißt, es wird immer wieder Energie ab- aber manchmal eben auch welche zufließen und auch die Tagesbilanz wird immer schwanken. Sicher ist allerdings, dass man auf das Jahr gerechnet einen Überschuss an Strom produzieren kann, wenn das Systemengineering stimmt, das zeigen Berechnungen und auch Feldtests.
Gehen wir einmal davon aus, man könne die Energie irgendwann besser speichern – kann dann künftig jeder mit seinem eigenen Strom sein Elektroauto am Haus aufladen und ohne Benzin losfahren?
Sommer: Tatsächlich denkt man beim Energieplus-Haus daran, dass man künftig auch den Verkehr von fossilen Brennstoffen unabhängiger machen kann. Ich kenne entsprechende Modellprojekte aus Japan. In Tokyo hat ein großer Autobauer eine Energiesiedlung mit etwa 50 bis 60 Gebäuden gebaut, die sowohl die Bewohner mit Energie versorgen, als auch Stromtankstellen direkt am Haus beliefern. Die Häuser haben außerdem jeweils Batterien, die den solar erzeugten überschüssigen Strom speichern, damit er dann später angezapft werden kann, wenn die Sonne nicht scheint. Einzelbeispiele hierfür gibt es auch in Deutschland.

Und das funktioniert? Warum macht man das dann nicht viel öfter, im großen Stil?

Sommer: Ob das Konzept langfristig aufgeht, muss sich noch in der Praxis zeigen. Doch das Interessante an dieser Siedlung ist: Es soll nicht nur intelligente Zähler in jedem Haus geben, die unnötige Verbraucher wie die Waschmaschine in Peakzeiten abschalten und auf später verschieben. Dazu kommt auch noch ein übergeordnetes Mangementsystem in der Cloud, das die gesamte Siedlung im Blick hat und überschüssigen Strom aus einem Gebäude auf andere verteilt, die gerade mehr Bedarf haben. Wenn wir an einem solchen Punkt sind, dass man durch Smart-Meter tatsächlich sehen kann, was man einspart, produziert und wie sinnvoll man Energie umverteilen kann, dann motiviert das doch alle zum bewussten Umgang mit Energie: Ingenieure, Architekten, Wissenschaftler und Hausbewohner. Das wäre eine optimale Situation, weshalb unsere momentanen Modellprojekte und ihre Evaluation so wichtig sind. Genau in diesem Bereich, intelligente Steuerung und energetische Gesamtkonzepte, die über das einzelne Haus hinaus gehen, müssen wir noch sehr viel lernen und brauchen unbedingt mehr spezialisierte Wissenschaftler und Fachkräfte, die uns da voran bringen.

Wann werden wir denn an einem Punkt sein, dass wir flächendeckend Energieplus-Standard bauen und solche intelligenten Systeme die Regel sind?

Sommer: Das ist schwer zu sagen, man muss sich immer fragen: Was sind die Motoren, die so etwas vorantreiben? Momentan ist das der gemeingesellschaftliche Wunsch, eine Energiewende zu schaffen. Wir haben einen Konsens über den Atomausstieg, wir haben knapper und teurer werdende Ressourcen und viele Förderprogramme richten sich an erneuerbaren Energien aus. Aber es kann noch vieles kommen, von dem wir jetzt noch nichts ahnen – denken Sie nur an das Thema Fracking. Was, wenn sich in den kommenden Jahren herausstellt, dass wir damit noch eine ganz neue Ressource eröffnen können, die erstmal die Energieversorgung wieder über einen längeren Zeitraum erleichtert?

Allerdings scheint es doch momentan recht unwahrscheinlich, dass die Energiepreise langfristig noch einmal sinken beziehungsweise, dass sinkende oder stagnierende Preise noch an den Endkunden weiter gegeben werden, oder?

Sommer: Richtig. Deshalb wird es in jedem Fall attraktiver werden, künftig so autark wie möglich zu werden, ohne fossile Energie klar zu kommen. Doch wir stehen noch ganz am Anfang. Wir kümmern uns bisher fast nur um Konzepte für Neubauten, die aber einen lächerlich kleinen Anteil des Gebäudebestandes ausmachen – jährlich werden in Relation zum Bestand etwa 1 Prozent neue Gebäude erstellt. Langfristig müssen wir also in den Gebäudebestand hinein, Sanierung ist das große Thema. Doch die Umrüstung von Gebäuden auf höchsten Standard ist noch viel komplizierter als Neubau, die Kosten sind vergleichsweise hoch. Da gibt es zwar auch erste Pilotprojekte und öffentliche Fördergelder, doch das Forschungsinteresse ist noch nicht ausreichend geweckt. Die Bundesregierung gibt als Ziel aus, den Wärmebedarf in Gebäuden bis 2020 um 20 Prozent und bis 2050 um 80 Prozent gegenüber 2008 senken zu wollen, um bis dahin einen nahezu klimaneutralen Gebäudebestand zu erreichen. Das ist ein sehr ambitioniertes Ziel, das – wenn überhaupt – nur mit Lösungen zu schaffen ist, die den Gebäudebestand einbeziehen. Es wird auf jeden Fall eine Riesenherausforderung, für die wir ganz viele begeisterte Leute brauchen: Junge Forscher, Ingenieure, Bauherren und Bürger, die mitmachen.

Zur Person:

Professor Klaus Sommer, Jahrgang 1951, lehrt im Bereich Heizungstechnik Energie- und Gebäudetechnik am Institut für Technische Gebäuderüstung der Fachhochschule Köln. Er ist REHVA Fellow (Federation of European Heating, Ventilation and Air-conditioning Associations) und Teil des Editorial Board des International Journal of Sustainable Energy.

Zum Thema:

Über das Jahr gesehen holt ein Energieplus-Haus durch eigene Energiesysteme wie Photovoltaik-Anlagen nicht nur die Energie wieder herein, welche die Bewohner zum Kochen, Heizen und für die Beleuchtung verbrauchen, sondern erzeugt einen Energieüberschuss. Damit die Photovoltaik-Anlage auf dem Dach ausreicht, ein Energieplus zu erwirtschaften, muss das Haus effizient sein.

Dazu muss es:

– kompakt gebaut sein, also möglichst wenig Oberfläche bieten, die Energie verschwendet

– alle Heizungskomponenten so lagern, dass die Wege zu den Raumheizflächen möglichst kurz sind

– große Fenster gen Süden haben, die jedoch auch mit hochwirksamen Sonnenschutz ausgestattet sind

– auch die Photovoltaikanlage muss derart optimal ausgerichtet sein

– hochwärmegedämmte Wände und Fenster haben – was etwa durch dicke Rahmen mit Gasschicht zwischen den Scheiben erreicht werden kann

Blickpunkt StuPa-Wahlen: Ein Kommentar

An der Uni passieren viele Dinge, die im Hintergrund stattfinden, die aber direkte Auswirkungen für die Studierende haben. Zum Beispiel unser Studententicket, günstiges Mensaessen und der Umbau des Sonnendecks. Mitverantwortlich dafür sind unsere Mitglieder in der Hochschulkoordination, das Studierendenparlament, kurz StuPa. Ausführende Kraft der Parlamentarier ist der AStA, der allgemeine Studierendenausschuss. Sie sind unsere Vertreter in Verhandlungen mit der Hochschulverwaltung.

Zumindest, wenn wir sie wählen. Diese Wahlen finden gewöhnlich immer im Sommersemester statt, Wahltermin in diesem Jahr war der 17. Juni – so der Plan. Aber aufgrund von Formfehlern, wie etwa einer zu spät verschickten Wahlbekanntmachung oder nicht ausreichenden Anzahl an gewählten Mitgliedern im Wahlausschuss, muss die Wahl nun verschoben werden. Wer Schuld an diesen Fehlern trägt, ist die eine Sache – diese möglichst wieder auszubügeln eine andere. Das war am letzten Dienstag (28.05.) die Aufgabe des Studierendenparlaments.

Alle Campusmedien wollten über diese wichtige Sitzung berichten. Immerhin ist es die Aufgabe von Journalisten, Öffentlichkeit zu schaffen und auch alle übrigen Studierenden über die möglichen Folgen zu informieren. Doch diese Aufgabe konnten wir am Dienstag nur eingeschränkt wahrnehmen.

Trotz offizieller Anfrage und ausdrücklicher Drehgenehmigung war es do1 nicht gestattet, bei der Sitzung mit laufender Kamera anwesend zu sein. Gut die Hälfte der Parlamentarier berief sich auf ihre Persönlichkeitsrechte am eigenen Bild, die wir natürlich respektieren wollten. Unsere Kollegen von Eldoradio und der Pflichtlektüre wurden ebenso gebeten, diese Diskretion zu bewahren und keine Fotos oder Tonaufnahmen zu machen.

Als Studierende der TU Dortmund durften wir in dieser öffentlichen Sitzung natürlich anwesend bleiben. Diese war jedoch nicht beschlussfähig, da mindestens die Hälfte aller Parlamentarier (26) anwesend sein muss, um einen regelkonformen Beschluss zu fassen. Somit ist immer noch nicht klar, wie, wann und ob die Wahl nun stattfinden wird. Das entscheidet sich wahrscheinlich in der übernächsten Sitzung. Dann werden aufgeschobene Tagesordnungpunkte, wie die bestehende Wahlproblematik auch ohne die Mindestanzahl an Parlamentsmitgliedern, beschlussfähig.

Im besten Falle werden euch die Pflichtlektüre, Eldoradio oder do1 darüber auf dem Laufenden halten. Allerdings ist es für die Campusmedien schwierig, über Hochschulpolitik zu berichten, wenn die Öffentlichkeit in Form einer Kamera nicht anwesend sein darf, Parlamentarier ihre Aufgabe als Studentenvertretung nicht wahrnehmen (indem sie nicht teilnehmen) und nur vereinzelt mit uns reden wollen.

Das Parlament, unser Gesicht gegenüber der Hochschulleitung, möchte unerkannt bleiben. Und ist somit gesichtslos.

„Melting Pot(t)“ geht in die zweite Runde

Es ist wieder so weit: do1-TV baut sein Set in der Europaschule in Dortmund auf und dreht eine weitere Ausgabe von „Melting Pot(t)“. Zu Gast haben wir diesmal den Australier Andrew. Er zeigt unserer Moderatorin Marianna, wie man „Anzac Biscuits“ backt. Diese australische Spezialität stammt aus dem Ersten Weltkrieg und ist mehrere Wochen haltbar. Andrew beweist aber nicht nur seine Backkünste, sondern erzählt uns auch von seinem Leben in Deutschland, von seiner Heimat Australien und von seiner neuen Leidenschaft, zu der er hier in Dortmund gefunden hat.

Raucherkneipen, Standardtanz und Gerstensaft: do1 berichtet über Traditionen

Ein Kronen, ein Hövels oder ein Brinkhoffs in der Hand und dazu eine Kippe – das gehört für viele zum perfekten Fußballabend. Auf Studentenpartys trifft man die beiden kleinen Laster auf jeden Fall an. Wie viel Tradition im Hopfen- und Gerstensaft steckt, ist den meisten nicht bewusst. Auch wir waren fasziniert, als wir für unseren aktuellen Ortstermin „Der Tradition auf der Spur“ durch das Dortmunder Brauereimuseum streiften. 16 Brauereien gab es hier mal, Dortmund war wahrlich die Europäische Bierhauptstadt und die Maschinen und Geräte mit denen das süffige Naß produziert wurde, sind
heute noch sehr imposant. Kein Wunder, dass unser Moderator Karsten im alten Sudhaus ein wenig ehrfürchtig wurde.

Doch was ist aus dieser Tradition geworden? Die Industrialisierung und Massenproduktion hat sie weitestgehend platt gemacht. Damit hat die Bier-Branche wohl mehr als erwartet mit der analogen, etwas langsameren Zeit zu tun, der manche Menschen hinterher trauern. Andere assoziieren mit Traditionen oft Staub und mangelnde Beweglichkeit. Um auch mit diesem Vorurteil aufzuräumen, erfahrt ihr in unserer Sendung nicht nur, wie die Brau-Situation in Dortmund heute aussieht, sondern auch, wie Traditionen lebendig gehalten werden.

Lebendig und am Puls der Zeit bleibt übrigens auch die do1-Themenplanung. Kurz nachdem unser Beitrag zum baldigen Verbot der traditionsreichen Raucherkneipen in NRW fertig wurde, nahm
sich die rot-grüne Landesregierung noch einmal dieses Themas an. Jetzt steht fest, was im Beitrag noch als Perspektive angedeutet wird: Das Gesetz zum strengeren Nichtraucherschutz greift ab Mai
2013. Ob die Wirte beweglich genug sind, ihre Stammkunden mit anderen Ideen an sich zu binden, wird sich zeigen. Eines ist klar: Traditionelle Atmosphäre, Gemütlichkeit und Geselligkeit wird es
weiter geben – man muss es nur wollen. Die do1-Konferenzen sind dafür das beste Beispiel.

Karen Grass

Zum Ende des Sommer: Neuanfang in Hörde

Rrrrrriiiiiing! – Ja, die Uni hat wieder angefangen! Das Semester geht los und damit kommt ein neuer Schub Studenten zu do1. Sie werden die Lehrredaktion nun mit ihrem jounralistischen Wissen bereichern – zu sehen zum Beispiel in unserem neuen Ortstermin, der am Donnerstag, 11. Oktober, online geht. Hier dreht sich alles um die Frage: „Was ist aus den Plänen rund um den Phönix-See geworden?“

Der See wurde auf dem Gelände eines stillgelegten Stahlwerks in Dortmund-Hörde künstlich angelegt – eine riesige Baustelle. Wie es heute um den Phoenix-See steht, erfahrt ihr in unserer Sendung. Die neuen do1-Reporter haben das Projekt kritisch hinterfragt: Wer genau profitiert eigentlich von dem Erholungsgebiet am Rande Dortmunds – und wer sieht sich ins Abseits gedrängt? Wir sprechen mit Restaurantbesitzern, am See lebende Familien und Experten vom Tiefbauamt – und finden heraus, ob man im Phoenix-See eigentlich schwimmen darf.

Durch die Sendung führt Saskia, die zum ersten Mal moderiert. Aufregend für sie, aufregend für uns – und natürlich auch für unsere Zuschauer. Klickt euch rein und schaltet ein, wenn do1 dem Phönix-See einen Besuch abstattet!

Nike Laurenz

Decke stürzt ein – Schnitträume unter Wasser

Kurz vor Ferienbeginn in der Klausurenphase fällt einem in der Uni oft die Decke auf den Kopf. Das ist so lange lustig, wie es sich nur um eine Redewendung handelt. Wenn man in einem do1-Schnittraum sitzt und im Nebenflur tatsächlich die Decke einstürzt, vergeht einem das Lachen sehr schnell! Vertieft in den Schnitt habe ich nur den Stromausfall mitbekommen. Die Schreie waren weit weg und ich habe gedacht, dass sich alle nur erschrocken hatten, weil es plötzlich dunkel wurde. Dann rief mich meine Kollegin aus der Redaktion im anderen Gebäude an und sagte, dass ich schnell rauskommen sollte. Zum Glück! Denn der Feueralarm ging erst später los. Ich bin raus und auf dem Flur war alles voller Wasser. Ich sah die Trümmer und befand mich mitten in der Absperrung. Alles ist gut ausgegangen, niemand ist verletzt. Die Feuerwehr ist im Großeinsatz und die do1-Redaktion ist geschockt und berichtet in Kürze mit Bildern.

So sah der Flur nach dem Deckeneinsturz aus. Foto: Anne Schwedt

Tanzen mit Geduld

Bis man eine komplizierte Tanzchoreographie beherrscht, braucht es Geduld. Geduld mussten wir auch für unsere Nahaufnahme „Tanzlehrer“ beweisen. Schon vor sechs Monaten kam uns die erste Idee für ein Stück, das zeigen soll, wie anstrengend, aber auch wie großartig es sein kann, die Passion für den Tanz zum Beruf zu machen. Doch die Suche nach den passenden Protagonisten nahm einige Zeit in Anspruch – und auch die Dreharbeiten selbst dauerten deutlich länger als gedacht, aus Stunden wurden Tage. Dafür ließen unsere tollen Tänzer Vivien und Oliver uns aber auch nah an sich heran, ließen uns für eine gewisse Zeit teilhaben am Rhythmus ihres Lebens.
Im Schnitt hieß es dann wieder Geduld beweisen – die Bewegung hier bricht zu abrupt ab, dort sind Musik und Choreographie nicht mehr im Gleichgewicht. Doch jetzt ist unsere kleine, bescheidene Liebeserklärung ans Tanzen endlich fertig geworden. Wir hoffen, sie gefällt euch – und ihr bekommt etwas Lust, auch mal wieder zu tanzen.
Und hier ist noch ein kleiner Outtake: Vivien will ihrem Freund Patrick ein paar Tricks an der Pole-Stange zeigen, kommt allerdings nicht dazu…